_Geschichte – Die Oberfränkische Sippe WendlerZ
Die Wendler zu Wulmersreuth
mit seinen Zweigen Wulmersreuth 1 bis 3 - Konradsreuth mit Silberbach und Benk
Aus "Chronik Wulmersreuth" wird in gekürzter Form entnommen: Wulmersreuth ein Dorf mit 20 Wohnhäusern und 75 Einwohnern, liegt auf der Münchberger Hochfläche, zwischen Münchberg und dem alten Kirchdorf Weißdorf. Seine Gehöfte stehen in lockerer rundlicher Reihung um den Dorfteich. Der Besitz eines jeden Bauern an Wiese, Feld und Wald war ursprünglich in einem einzigen geschlossenen Komplex, einer "Hufe", vereinigt, welche es heute nicht mehr gibt.
Wie die älteste
Schreibweise des Ortsnamens (1323 Wolmansruit) bezeugt, ist er aus dem Grundwort
-reuth und dem alten Personennamen Wolman oder Wolmar zusammengesetzt. Bei
Wulmersreuth handelt es sich infolgedessen um die Reut oder Rodung eines Wolman
oder Wolmar. Er dürfte der Ortsgründer oder Lokator gewesen sein. Zusammen mit
der Herrschaft und dem Hochgerichtbezirk Münchberg kam Wulmersreuth um 1230 an
die Familie von Sparneck.
In kirchlicher Beziehung gehörte Wulmersreuth anfangs zum großen Sprengel der
Pfarrei Münchberg. Alle Bauern mussten deshalb die ganzen Jahrhunderte hindurch
einen Teil der Erträge von ihren Feldern an den Pfarrer von Münchberg abliefern.
In einem Verzeichnis des Amtes Münchberg von 1408 ist Wulmersreuth (Wulmanßreuth) mit 11 Höfen vertreten. Alle Einwohner von Münchberg unterstanden damals und später dem burggräflichen Gericht von Münchberg. Die Bauart der Wohnhäuser in Wulmersreuth hatte ländlichen Charakter. Es gab damals nur zwei Massivbauten. Zehn Häuser hatten ein steinernes Untergeschoß und ein aus Holz oder Riegelwerk gefügtes Obergeschoß, fünf waren ganz und gar aus Holz gezimmert. Für zwei Höfe fehlen entsprechende Angaben. Laut einer Statistik von 1840 waren in Wulmersreuth einschließlich der Einzel Schallersgrün 21 Wohnhäuser und 40 Wirtschaftsgebäude vorhanden. Nur sieben davon waren mit Schiefern oder Ziegeln gedeckt; weitere sieben trugen Schindeldächer und die restlichen 47 Strohdächer.
Wenn ein Bauer
oder sein Lehensherr starb oder der Hof übergeben, vertauscht oder verkauft
wurde, musste eine Besitzveränderungsgebühr an den Grundherrn bezahlt werden.
Diese betrug in Wulmersreuth einheitlich 10 % vom Schätzwert des Hofes. Bei
offensichtlicher Armut, nach Brandfällen und Missernten erließ der Lehensherr
seinen Bauern die Abgaben ganz oder teilweise oder unterstützte sie finanziell
oder materiell.
Drückender als Steuer, Zins und Naturalienabgaben mögen für die Wulmersreuther
Bauern die Frondienste gewesen sein, die erst 1848 endgültig abgeschafft wurden.
Je nach Hofgröße war mit zwei bis vier Pferden Spannfron zu leisten.
Bürger und Bauern waren zur Landverteidigung verpflichtet. Für die Bewaffnung
und Montierung mussten alle Haus- und Grundbesitzer selbst aufkommen.
Markgräfliche "Musterknechte" überprüften von Zeit zu Zeit die Dienstpflichtigen
und ihre Waffen.
Um 1570 kommt Nicol (Nickel) Wendler nach Wulmersreuth. Seine Frau gebahr ihm acht Kinder, 7 Söhne und 1Tochter, ein Sohn starb. Von Wendler Nachkommen wird bekannt:
„Einiges Aufsehen dürfte in Wulmersreuth ein Vorfall erregt haben, der sich 1611 dort zugetragen hat. Am 18.August fand Joachim Kießling, der "in der Leupoldtin und Nikol Wendlerin oberen Häuslein" zur Herberge wohnte, vor seinem Fenster einen "in gar schöne Windelein und in ein schönes Kissen" gewickelten Säugling. Daneben lag ein Brieflein, dessen Inhalt uns nicht überliefert ist. Die Gemeinleute brachten das Kind sofort zum Kastenamt in Münchberg. Dort erhielten sie den Bescheid, den Säugling schnellstens taufen zu lassen. Als man am darauffolgenden Sonntag das Wickelkind in die Kirche nach Weißdorf gebracht hatte, widersetzte sich der Schulmeister, "der die Schnauze mit Bier begossen hatte", der Taufe. Er geriet deshalb sogar mit dem Pfarrer in einen heftigen Wortwechsel. Seine Einwendungen hatten natürlich keinen Erfolg. Was später aus dem Findelkind geworden ist, entzieht sich unserer Kenntnis.
Ein Nachkommen in 4. Generation, Bauer, wie viele seiner Vorfahren und Nachkommen, wurde in Silberbach ansässig. Von ihm und seinen Nachkommen wird folgendes bekannt.Das Bauerngut „Der Wendlerhof bei Silberbach“
bearbeitet von Siegfried Schörner, 95176 Konradsreuht, Am Schützenweg 10
Etwa einen halben Kilometer südwestlich von Silberbach steht etwas abseits von dem alten Bauerndorf der Wendlerhof, manchmal noch „die Einzing“ genannt. Er war ein Teil des alten Ortes, den die ersten Siedler gemeinsam erbauten. Als die Vorfahren das Land zwischen Saale und Main besiedelten, rodeten sie sich das Ackerland von ihrem gemeinsamen Wohnplatz ausgehend aus dem umgebenden Ödland und Waldgebiet heraus. So ist bei vielen Orten unserer Heimat noch heute die sternförmige Ausbreitung der Flur am Wegenetz erkennbar. Wir sprechen deshalb von Radialhufendörfern. Die neu gewonnenen nutzbaren Flächen nannte man auch „Gewanne“ oder „Zelche“. diese Landesausbauphase war im 12. u. 13. Jahrhundert.
Im Hofer Landbuch von 1390 wird der Ort „Sylberpoch“ erstmals beschrieben. Neun Urhöfe sind es damals gewesen, das entsprach etwa der Stärke der Siedlermannschaft, die mit der Ortsgründung begann. die Namen der damaligen Hofbesitzer sind uns überliefert:
Hanns Kneurer - Conrat Rosler - Heinrich Pawer - Hanns Weyß - Hanns Smitt - Fritz Resler (Rosler) - Hanns Weidner - Reichart und Heinrich Bratter
Sie alle mussten ihre Abgaben an das Spital zu Hof entrichten, auch Frondienste waren dort zu leisten.
1495 zählte der Ort nach dem „Gemeinen Pfennigregister“ (einer Steuerliste) acht Güter mit 34 Untertanen. 1567 ist der Ort nach dem sogenannten „Türkensteuerregister“ auf 14 Höfe angewachsen. Die ertragreichsten Höfe konnten inzwischen geteilt werden oder neues Land war urbar gemacht worden. Ein ursprünglich „ganzer Hof“ wurde in zwei „halbe Höfe“ aufgeteilt, meist für einen weiteren Sohn des Vorbesitzers. Der gesamte Ort bringt dadurch mehr Einnahmen für dem Grundherren und ist damit wertvoller geworden.
Im Hofer Landbuch von 1502 werden bei den zu leistenden Frondiensten mindestens 10 Namen genannt. Zum ersten Mal tauchen die Namen Schönfriedl und Pertold auf, die in der Zukunft beim „Wendlerhof“ noch eine Rolle spielen werden. Eine wichtige Quelle für die Geschichte des Wendlerhofes ist das Grundbuch des Hofer Spitals von 1562. Mit einer Hofbeschreibung werden in der Fortführung dieses wertvollen historischen Dokuments die Besitzer des Hofes bis 1790 lückenlos aufgelistet. Damit können wir den Anschluss bis zur Gegenwart herstellen. In Verbindung mit anderen Quellen wie der Kirchenrechnung (eine Art Haushaltsplan des Kirchsprengels) von 1605 bis 1612 und des Jahres 1655, den Kirchenbüchern der Pfarrei Konradsreuth und dem Pfarrbuch 1833/34 von Pfarrer Georg Christian Link ergeben sich viele Hinweise, die einen Blick zurück in längst vergangene Zeiten ermöglichen.
Demnach besaß im Jahre 1562 den Hof Hans Schönfriedll, den er von seinem Vater Fritz Schönfridll geerbt hatte. Nehmen wir an, dass dieser Hans Schönfridll den Hof schon mehrere Jahre besaß, denn er war seit 1540 schon verheiratet, dann muss zeitlich gesehen sein Vater Fritz mit jenem Schönfriedl identisch sein, der im Landbuch von 1502 leider ohne seinen Vornamen genannt ist. Diesem oben genannten Hans Schönfridell folgt sein Sohn Erhardt. Dieser war ein angesehener Mann, denn er bekleidete das Ehrenamt einen Kirchenpflegers über lange Jahre hinweg, bis in die schlimmer Zeit des 30jährigen Krieges hinein. Für die damalige Zeit erreichte er ein biblisches Alter von 88 Jahren, denn er lebte von 1540 bis 1628. Wahrscheinlich mit Stolz trug er seinen Spitznamen „Arbeitsmann“ oder „Erbeßmann“, so wird er in den Kirchenrechnungen als Gotteshauspfleger genannt: „Erhardt Erbeßmann“ genannt Schönfriedell“. Er heiratet zum ersten Mal im Jahre 1575, als 35-Jähriger laut Kirchenbuch I. Dort ist zu lesen: „Erhardt Erbesmann Schönfriedel, des Alten Hannßen Schönfriedels nachgelassener sohn zu Sylberpoch, sie aber Katharina Pertoltin, des Lorenzen Pertolt selig eheleiblich nachgelassene tochter zu Sylberpoch Donnerstag nach Exaudi 1575“. 1576 wird dem Paar eine Tochter Barbara geboren. Vermutlich stirbt die Mutter kurz nach der Geburt am Kindbettfieber, bei den damals herrschenden hygienischen Verhältnissen war das eine häufige Todesursache junger Ehefrauen. Erhardt Schönfriedel heiratet wieder und schon 1558 wird ihm von seiner zweiten Frau Margaretha geborene Majer von Oberpferdt wieder eine Tochter geschenkt. doch auch seine zweite Frau muss früh sterben, denn bereits im Jahr 1579 heiratet der Witwer ein drittes Mal. Seine Kinder brauchen eine Mutter und der Hof einen Erben. Die dritte Ehefrau ist „Elisabeth Reitlin, des alten Hansen Reitels selig eheleibliche nachgelassene Tochter zu Welbersbach“. Die Braut ist gerade 22 Jahre alt. Dieser neuen Ehe scheint mehr Glück beschieden zu sein. 1580 wird dem inzwischen 40-jährigen eine Tochter namens Anna geboren, 1583 folgt ein Sohn Johannes und 1585 der Sohn Wolff. Dessen „padt“ (Pate) war Wolff Göllner „zum oberen pferd“. Dieser Wolf Schönfriedel ist der nächste Hoferbe. Von ihm wissen wir nur, dass er etwa um 1610 heiratete, denn 1611 wurde ihm eine Tochter Amalia und 1612 eine Tochter Kunigunda geboren. Erwähnenswert ist noch das im Kirchenbuch verzeichnete Begräbnis am 6. Juli 1609: „Es starb Margaretha, Hannßen Erbeßmanns sonsten Schönfridell genannt zu Silberbach hinterlassene Tochter, ihres Alters 71 Jahr. Es war die unverheiratete Schwester des bereits bekannt Erhardt Schönfriedels, die mit in der Großfamilie des Anwesens lebte. 1618 stirbt Elisabeth, „Erhardt Schönfriedels Hausfrau“ im Alter von 61 Jahren. Er selbst wurde 1628 „christlich zu Erde bestattet, seines Alters 88 Jahre“. Zehn Jahre des 30jährigen Krieges hat er noch erlebt und überlebt. Geschichtlich folgen nun weitere Wirren dieses unglückseligen Krieges, die Not und Elend über unsere Heimat brachten. die Einträge in den Kirchenbüchern sind lückenhaft, von den damaligen Pfarrern nur flüchtig oder gar nicht geführt.
Das Hospital-Grundbuch erwähnt Lorenz Schönfriedel als nächsten Besitzer. Dieser wird auch als Kirchenpfleger in der Kirchenrechnung von 1655 genannt. Er ist einer derjenigen Bauern unserer Region, der den furchtbaren Krieg überlebt hat. Es ist nichts über die Notzeit jener Jahre berichtet, aber die Bevölkerungsverluste müssen dramatisch gewesen sein. Aus den spärlichen Geburtseinträgen ist zu schließen, dass viele Menschen umgekommen und gestorben waren und die Bevölkerung sich nur langsam erholte.
In der Besitzfolge ist nun Hanns Robisch genannt, der aber bereits 1663 stirbt. Ihm folgt Matthes Gram (auch Greim), aber auch nur kurzzeitig, denn 1669 heißt der neue Hofbesitzer Hanns Schöberlein. Er leitet eine neue Phase in der Geschichte des Hofes ein, denn er errichtete vermutlich einen neuen Hof mitten in seinen Feldern und Wiesen oder er modernisierte den alten, der ab jetzt den Namen „Schöberleinshof“ bekam. Das muss sich zwischen 1700 und 1715 zugetragen haben, wie Pfarrer Georg Christian Link später im Jahr 1833 vermerkt. Aus jener Zeit, wenn nicht noch früher, stammt wohl auch der Brunnen im Garten des Anwesens Hs. Nr. 12 (Zenkel), ein ca. acht Meter tiefer, aus Bruchsteinen gemauerter runder Schacht zur Wasserversorgung der abseits liegenden Einzel. er muss ohne männliche Nachkommen verstorben sein, denn nach seinem Tode führt „Hannß Schöberleins wittib Barbara“ den Hof, bis diesen 1717 ein Johann Adam Trubel übernimmt. Es ist nicht überliefert, ob er eingeheiratet hat.
Der nächste Besitzer Johann oder Hanns Wendler übernimmt den Hof im jahre 1729. Im Pfarrbuch von Konradsreuth 1833/34 schreibt der damalige Pfarrer Link: „Der Wendlerhof besteht aus zwey Häusern, die erst Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut wurden. Die dazugehörigen Felder wurden vorher von Silberbach aus bearbeitet. Der erste Erbauer hieß Schoeberlein (der oben genannte Hanns Schöberlein), die jetzigen Besitzer heißen Wendler, daher der frühere Name Schöberleinshof und der jetzige Wendlershof.“
Link irrte jedoch, wenn er annahm, dass der Hof erst Anfang des 18. Jahrhunderts an seinem jetzigen Standort errichtet wurde. Bereits um 1660 wird der Vorbesitzer Matthes Gram oder Greim als „Bauer auf der Einzing“ bezeichnet. Der Hof muss also schon lange vorher an dieser Stelle existiert haben und kann somit als einer der Urhöfe von Silberbach bezeichnet werden.
Am 26. April 1730 wird dem Bauern Hanns Wendler, „Besitzer des sogenannten Schöberleinshofes bey silberbach“ ein Söhnlein namens Johannes geboren. Dieser muss wohl früh verstorben sein, denn bei der Hofteilung 1751, von der noch zu berichten ist, erhielt ein anderer Sohn (der zweite?) namens Georg die eine Hälfte. Aber zuerst müssen wir noch eine Anmerkung aus dem Grundbuch des Hospitals zur Kenntnis nehmen. Dort lesen wir im Anschluss an die Hofbeschreibung folgendes: „Der jetzige Besitzer Hannß Wendler hat den 15. August 1730 seine alte Baustatt in Silberbach nebst einem öden Äckerlein so 1 ½ Tagwerk in allem ausgemacht, Andreas Kayßern, Zimmergesellen von Markersreuth vor 10 fl (= Gulden) zur Erbauung eines Wohnhäusleins verkauft. Dieses Häuslein nebst der Zugehör kaufte von Keyser Georg Erhardt Dürrbeck ao 1742, Thomas Steltzer 1747, Andreas Steltzer 1777, dann Johann Nickol Habicht.“ Es war in damaliger Zeit durchaus üblich, dass Bauern noch andere Höfe oder unbebaute, öd liegende Hofstellen besaßen. Diese Aussage ist der Beleg, dass Hannß Wendler ursprünglich noch eine weitere Hofstatt in Silberbach besaß, wahrscheinlich an der Stelle des heutigen Anwesens der Familie Rießbeck. Vielleicht kannte auch Pfarrer Link diese Aussage, die ihn zu seiner irrtümlichen Feststellung veranlasste.
1751 ist ein wichtiges Jahr in der Hofgeschichte. Es erfolgte die Teilung des bisher „ganzen Hofes“ in zwei „halbe Höfe“ mit gleichzeitiger Errichtung eines zweiten Anwesens. Die neue Hälfte nahm der alte Hannß Wendler in Besitz, das alte Bauernhaus bezog sein Sohn Georg. Die Grundstücke wurden entsprechend aufgeteilt.
Mit Hilfe der um 1790 (zur Preußenzeit) aus steuerlichen Gründen erfolgten Hausnummerierung können wir die Entwicklung der Höfe bis in die Gegenwart verfolgen.
Hs. Nr. 11 (Barthold), die neue Hälfte des ursprünglichen alten Hofes nahm, wie bereits erwähnt, der bisherige Bauer Hannß Wendler selbst in Besitz. Er übergibt diesen Hof 1764 an seinen jüngeren Sohn Johann Georg Wendler. Wahrscheinlich war dessen Verehelichung der ausschlaggebende Anlass, denn im Kirchenbuch 1764 unter Nr. 4 steht folgender Eintrag: „Johann Georg Wendler, Zimmergeselle, auch angehender Bauer und Einwohner zu Silberbach, Johann Wendlers, Bauers eheleibliche jüngster Sohn, ein junger Gesell, wurde mit Anna Margaretha Schallerin, Johann Schallers, Bauers zu Silberbach ältesten Tochter copuliert.“ 1805 übernimmt dessen Sohn Johann Andreas Wendler das Anwesen. Dieser starb als Witwer am 27. Juni 1840 im Alter von 61 Jahren (lt. Kirchenbuch 1840 Nr. 32). Der Hof geht auf Johann(es) Schaller über, ein Verwandter mütterlicherseits. 1845 erscheint im Geburtsregister folgender Eintrag unter Nr.24: „Silberbach Hs. Nr.11 ehelich Margaretha Catharina, P (=Vater) Johann Schaller, Bauer und Einwohner auf dem Wendlerhof, M(= Mutter: Eva Margaretha geb. Bußler von Bärlas, N. (=natus / geboren) 1. Mai 1845. Umstände gab es bei der Geburt des Kindes: Die eltern wollten zum sonntäglichen Abendmahlsgottesdienst in die Kirche zu Konradsreuth, als die Wehen einsetzten. Das Kind kam daraufhin in Haus des Bauern Gemeinhardt in Konradsreuth (Hs. Nr. 13) zur Welt.1856 wird im Kirchenbuch Johannes Schaller erneut als Besitzer des Wendlershofes Nr. 11 genannt. - Der heutige Hofbesitzer ist Hermann Barthold, der das Anwesen von seinen Eltern Hedwig und Gustav Barthold übernommen hat.
Hs. Nr. 12 ( Zenkel), die alte Hälfte des ursprünglichen Hofes bekam bei der Teilung 1751 Georg Wendler, Sohn des noch rüstigen Hannß Wendler, der die Neuteilung übernommen hatte. Dass diese Hälfte Hs. Nr. 12 das ältere Anwesen sein muss, erhellt sich aus der Lage des alten Brunnens und aus der früheren Gewohnheit, bei der Hausnummerierung, die erst viel später nach der Teilung erfolgte, vom Ort aus gesehen die Zahlenfolge festzulegen. So erhielt das ältere, früher erbaute Anwesen die Nummer 12. 1790 ging dieser Hof an Johann Adam Wendler über. Dieser starb als Witwer am 1.August 1835 laut Kirchenbucheintrag Nr.31: „Johann Adam Wendler, Bauer und Einwohner in Silberbach, ein Ehegatte, starb am 1. August nachts ½ 10 Uhr an der Abzehrung, alt 74 Jahre, 4 Monate, 2 Tage.“. Demnach muss er um den 29. März 1761 geboren worden sein. Seine Ehefrau Margareta geborene Schaller starb zwei Jahre später am 13. Februar 1842 (KB Nr.14). Der Nachfolger ist sein Sohn Andreas Wendler. Er wird im Kirchenbuch noch zweimal erwähnt: 1847 (Nr.25) beim Tod seines Söhnleins Matthäus: „Matthäus Wendler, ehelicher Sohn des Andreas Wendler, Bauers und Einwohners auf dem Wendlershof bey Silberbach Nr. 12, starb am 17. Juli 1847 früh 7 Uhr nach 8 tägiger Krankheit an der Brechruhr in einem Alter von 1 Jahr 8 Monaten 17 Tagen“ und 1854 (Nr.32) beim Tod seiner Frau Ursula Katharina geborene Lang von Förbau. Sie erreichte nur ein Alter von 39 Jahren. - Nach dem Stand von 1. Januar 1966 besaß den Hof Ernst Zenkel, heute ist er im Besitz von Robert Zenkel.
Anmerkung: An dieser Stelle meinen ganz besonderen Dank an Herrn Siegfried Schöner, 95176 Konradsreuth, der freundlicherweise die Veröffentlichung im Internet erlaubte.
Namen der eingeheirateter Persone - ABC Folge
Bauer, Becher, Döhla, Flessa, Fuchs, Geupel, Goller, Hertrich, Kießling, Köppel, Korndörfer, Kraus, Lang, Leupold, Oelschlegel, Raithel,
Reichel, Ritter, Robisch, Roßner, Rührold, Sachs, Schaller, Schmutzler, Schödel, Schubert, Solger, Sonntag, Stelzer, Vatteß, Wendler
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